parking

Magdeburg hat glücklicherweise viele große und in ihrer atmosphärischen Wirkung recht unterschiedliche Parks. Der u.a. in Würzburg tätige Fotograf und Dozent Marcus Kaiser hat vor längerem einen nach wie vor lesenswerten Text geschrieben, mit dem man Landschaftsgärten als virtuelle Welt verstehen kann (da ich gerade nicht im Arbeitszimmer bin, komm ich gerade nicht auf den Titel). Nicht wie ein Computerspiel oder wie in computertechnisch erzeugter Virtual Reality, aber doch ganz ähnlich.

Dass das tatsächlich so ist, stelle ich immer wieder fest. Daran, dass beim Durchschreiten (oder -fahren) unterschiedliche Vorstellungen angeregt werden, durch die Anlage des jeweiligen Parks, durch dadurch entstehende Assoziationen. Am besten kann ich mich in Eindrücken verlieren, die raumzeitlich ‚weit weg‘ erscheinen, wie uralte Reste untergegangener Welten.

Im Magdeburger Elbauenpark stehen drei halboffene Betonquader wie verloren auf einer Wiese, die von dichten Bäumen umrahmt wird. Eine rostige Metalltreppe endet am oberen Ende im Leeren, im Himmel. Ein halb zerstörter großer Schriftzug steht am Rand einer ‚wild aussehenden‘ Wiese. Enge Metallgänge durchschneiden parallele Erdwälle, auf denen Bäume wachsen. Alles wirkt wie alte menschliche Spuren in einer scheinbar wieder natürlich gewordenen Umgebung. Aber natürlich ist alles arrangiert, wie eine virtuelle Welt.

Der Park ist nicht alt (er war 1999 mal ein BuGa-Gelände), aber trotzdem fühle ich mich immer sehr zeitlos, wenn ich hier spazieren gehe. Weswegen ich das immer wieder tue. Wird nie langweilig.