737

Das gerade viel diskutierte Problem mit der aktuellsten Version der Boeing 737 ist ein geradezu typisches Beispiel, wie Vertrauen in Technik nicht nur mit Technik selbst, sondern auch Kommunikation zu tun hat — zwischen

  • Entwicklern im weitesten Sinne (Designern, Ingenieuren, Programmierern, Handbuchautoren, usw.) und direkten Nutzern (Piloten)
  • Technik (Flugzeug und dessen Assistenzsysteme) und Nutzern
  • Betroffene gesellschaftliche Teilsysteme (u.a. Medien, Wirtschaft, Politik — siehe die Diskussionen um das Grounding).

Besonders traurig ist natürlich, dass im Fall des Versagens vor allem zahlreiche komplett machtlose Menschen betroffen sind – die Passagiere und deren Angehörige. Das ist bei Katastrophen mit so komplexen technischen Systemen immer so, aber eben immer wieder schlimm.

Hätte „bessere“ Kommunikation (transparenter, offener, ausführlicher, was auch immer) auf den Ebenen Entwicklung/Nutzung und Technik/Nutzung helfen können?

In Bezug auf das eventuell (mit-?)ursächliche MCAS-System (das das Flugzeug nach unten trimmt, wenn es anhand Sensordaten glaubt, dies wäre nötig) ist auch die Frage, welche Anschlussmöglichkeiten den Piloten in der kritischen Situation wirklich zur Verfügung stehen. In einigen Artikeln im Web wird gesagt, dass (1) das System abgeschaltet werden kann, wenn man die Landeklappen ausfährt (aber dass das während des Steigflugs wohl verhindert wird), und dass (2) Piloten bei fälschlicher automatischer Trimmung nach unten nur das tun müssten, was sie in solchen Fällen seit Jahrzehnten tun würden (so ein Kommentar im Air Facts Journal, der provokant fragt, ob denn Boeing den Piloten trauen könne). Aber ist das so?

Es gibt derzeit nur Vermutungen.

Und eine wachsende Vertrauenskrise.

Zumindest die könnte durch mehr Transparenz eingedämmt werden.