Konstruktion, Reflexionsgeschichte, Freiraum

„Head Canon“ ist komplett, mit dem nun veröffentlichtem 6. Teil der Reihe: https://www.heise.de/tp/features/Konstruktion-Reflexionsgeschichte-Freiraum-4154725.html

Einen etwas ausführlicheren Blog-Beitrag über die nun abgeschlossene Reihe werde ich bald noch verfassen.

Zerdehntes Schreiben

Beim Schreiben längerer Texte mache ich ohnehin oft längere Pausen. Bei meiner Dissertation waren die teils mehrere Monate lang, bei meinem E-Book zu Virtual Reality immerhin noch mehrere Wochen. In den Pausen kümmere ich meistens um meine Flugsimulations-Jobs, und manchmal gehe ich auch einfach nur zu meiner „normalen“ Arbeit und mache gar nix Freiberufliches (was sich dann fast wie Urlaub anfühlt, zumindest bis dann doch mal eine Deadline drückt). Nun schreibe ich aber, wie schon öfter erwähnt, an einer Essayreihe bei Telepolis (über den Umgang mit Medien, über die Skepsis gegenüber etablierten Massenmedien, und über die leibliche Wirkung, die Medien haben können und wie der eigene Wohnort da reinspielt).

Die Idee zu der Reihe hatte ich schon 2016, ein grobes Exposé lag im Frühjahr 2017 vor, und die einzelnen Teile des Essays entstehen seit August 2017. Dieses über Monate zerdehnte Schreiben fühlt sich einerseits an wie die gewohnten langen Projekte, doch andererseits ist es herausfordernder. Da die Teile zwischendurch schon veröffentlicht werden, müssen sie für sich gesehen lesbar sein, aber trotzdem müssen sie aufeinander aufbauen, selbst wenn da ein halbes Jahr zwischen liegt. Bei langen Texten, die als ein Ganzes veröffentlicht werden, kann man jederzeit zuerst geschriebene Teile an später geschriebene Teile anpassen, bis alles rund ist, aber wenn die Teile jeweils einzeln erscheinen, geht das nicht so einfach — ich schreibe die ja nicht „blind“ vor mir her, sondern es kommen ja noch immer neue Ideen dazu, oder ich lese irgendwo etwas, auf das ich mich beziehen will. Oder womöglich stelle ich sogar fest, dass ich etwas früher Geschriebenes nun doch anders sehe!

Dabei den roten Faden zu behalten, ist gar nicht so einfach. Geschweige denn, sich an die Struktur des ursprünglichen Exposés zu halten (was ich auch fast aufgegeben habe — inhaltlich passt es schon, aber die Aufteilung ist ganz anders). Auf jeden Fall ist es für mich ein spannendes Experiment, mal auf diese „dynamische“ Weise zu schreiben. Ich habe jetzt noch zwei Teile vor mir. Ich hoffe, ich habe hinterher noch die Chance, alles zu einem leicht erweiterten und abgerundeten Gesamttext zu verbinden, aber das wird man sehen. Spaß macht es mir aber schon jetzt.