Botanica (wo mal der Strudelhof war)

Der Nachfolger des Strudelhofs (für drei Jahre mein absolutes Lieblingscafé in Magdeburg) nennt sich Botanica und hat seit ein paar Tagen geöffnet. Heute waren wir das erste Mal da.

Neugierig, ein bisschen skeptisch — aber am Ende sehr froh, dass es genau an dieser Stelle wieder ein Café gibt; dass der Innenraum sehr freundlich und beruhigend wirkt; dass der schöne Innenhof beibehalten wurde; dass das Essen schmeckt (obwohl das eine Umstellung ist: im Strudelhof gab es sehr klassische Fleischgerichte, das Botanica ist vegan), und dass das neue Café insgesamt ein würdiger Nachfolger ist.

Endlich ist diese Lücke in der Stadt gefüllt. Nur ein bisschen früher müsste es aufmachen (zurzeit erst 15 Uhr), damit ich auch nach meinen Frühschichten mal spontan hin könnte…

Buchtipp: „Magdeburg: Architektur und Städtebau“

mdbauStädtebaulich finde ich Magdeburg sehr spannend vom ersten Moment an, seit wir uns im März 2015 hier eine Wohnung gesucht haben. Die Stadt ist ziemlich weitläufig und überall architektonisch vielfältig. Es gibt auch in sich geschlossene Plattenbau-Gebiete aus DDR-Zeiten, aber die sind weit weniger dominant als in manchen anderen Städten Ostdeutschlands (z.B. auch im Vergleich zu Rostock, wo wir früher gelebt haben). Heute habe ich ein Buch gefunden, in dem man diese Vielfalt anschauen, darüber lesen und nachdenken kann: „Magdeburg: Architektur und Städtebau“, herausgegeben vom Stadtplanungsamt.

Nach einem Einleitungsaufsatz im ersten Kapitel, in dem natürlich auch auf die Zerstörungen der Stadt im Dreißigjährigen Krieg und im Zweiten Weltkrieg eingegangen wird, folgt ein sehr langes Kapitel, in dem Stadtteil für Stadtteil die jeweils bemerkenswerten Bauwerke mit Foto und kurzem Text vorgestellt werden. Sehr schön ist, dass dabei auch sehr neue Gebäude sowie Visualisierungen erst geplanter Bauten aufgenommen wurden, das Buch ist also wirklich aktuell. Nach dem zweiten Kapitel schließt sich noch ein kürzerer dritter Abschnitt an, der sich speziell dem „Neuen Bauen“ der 1920er Jahre widmet; davon gibt es ja einige Viertel verteilt über die ganze Stadt.

Visuell ähnelt das Buch einem Katalog, wie er zu Kunstausstellungen üblich ist, d.h. die meisten Bilder sind relativ klein. Dazwischen gibt es jedoch immer wieder größere Fotos, auch einige doppelseitige Großaufnahmen, oft als Luftbild. Einige der Großaufnahmen vermitteln ungewöhnliche Perspektiven und damit ein Bild der Stadt, mit dem man sonst eher nicht rechnet — manches Mal möchte man — kunsthistorisch ganz unbedarft — sagen: „Oh, das sieht ja schön aus“. Schwarz-weiße Stadtplan-Ausschnitte, in denen jeweils die im Buch enthaltenen Bauwerke farbig markiert wurden, sind hilfreich zur Verortung der Gebäude und lockern das Buch auf.

Ich habe mir in den letzten dreieinhalb Jahren diverse Bücher über Magdeburg gekauft, aber dieser Band sticht deutlich hervor. Er ist als Taschenbuch erschienen, aber mit Fadenheftung und dadurch recht haltbar. Die Qualität der Aufnahmen ist sowohl technisch als auch von der Motivwahl her meist sehr gut. Die typographische Gestaltung ist unaufdringlich-angemessen. Insgesamt eine absolute Kaufempfehlung, wenn man sich für Städtebau interessiert — die gerade mal 25 Euro kostet.

Zeitlos

Weit hinten im Elbauenpark gibt es ganz eigenartige zeitlose Formen. Verwinkelte Gänge, gerade Linien, Steinkugeln, tempeleingangsartige Mauern, und alles eingebettet in Wiesen, umgeben von bewachsenen Wällen.

Adé, Strudelhof…

Im Dezember hatte ich noch geschrieben, wie froh ich bin, dass es in Magdeburg das Café „Strudelhof“ gibt. Heute nun (wir saßen gerade drin) haben wir gelesen, dass der Strudelhof bald zu macht. Offenbar zu wenig Gäste. Das macht mich wirklich traurig. In keinem Café habe ich mich bisher so wohl gefühlt, und als wir vor drei Jahren nach Magdeburg gezogen sind, hat der Strudelhof sehr dabei geholfen, uns hier einzuleben. Das ist wirklich sehr sehr schade 😦