„Let’s Play!“-Buch ab 9. November erhältlich (eBook schon jetzt)

Mein neues Buch „Let’s Play — was wir aus Computerspielen über das Leben lernen können“ (= Band 2 der Buchreihe Über/strom) ist ab 9. November erhältlich (die eBook-Version gibt es als PDF bereits jetzt beim Verlag). Ich schaue mir Computerspiele aus mehreren Perspektiven an — vom kreativen Problemlösen über Aspekte leibphänomenologischer Wahrnehmung bis hin zur häufigen Gewalt in Spielen und meist unkritisch implementierter kapitalistischer Wachstumsvorstellungen.

Ich habe das Buch geschrieben, weil ich immer wieder — auf der Arbeit, im ÖPNV, in Geschäften — Menschen sehe, die ganz rigoros, ganz kategorisch ausschließen, dass sie oder ihre Kinder jemals Computerspiele spielen würden, so als wären Spiele grundsätzlich schädlich oder abzulehnen. Das sehe ich (offensichtlich 😉 ) anders. Ich will in dem Buch sowohl zum Spielen einladen, als auch zum Reflektieren über das Gespielte anregen. Denn wir können aus Spielen viel über uns selbst als Teil einer Gesellschaft lernen. Spiele…

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Cyborg gegen KI? Elon Musks „Neuralink“

Auf den Unternehmer Elon Musk scheint der etwas abgegriffene Begriffs des „Machers“ noch zu passen: Elektroautos nicht nur bauen, sondern als attraktiv vermarkten? Das tut Musk mit seiner Firma Tesla, in die er seit 2004 investiert. Dafür in Windeseile eine Fabrik in Brandenburg hochziehen? Scheinbar trotz Protesten kein Problem. Eine private Alternative zur staatlichen US-Raumfahrt bieten? Musk und SpaceX tun das seit 2002; vor ein paar Monaten erstmals auch mit zwei Astronauten an Bord. Menschen und Fracht mit fast Schallgeschwindigkeit durch Tunnelröhren transportieren? Daran arbeitet seit 2013 Musks Hyperloop-Projekt.

Doch neben Transportmitteln interessiert sich Elon Musk auch für die Natur des Menschen selbst: Seit 2016 untersucht Musks Firma Neuralink Möglichkeiten, Computerchips in menschliche Gehirne einzupflanzen. Gehirnchips, die unsere Fähigkeiten erweitern – für die einen Horrorvorstellung, für die anderen nur Beginn transhumanistischer Sehnsucht. Den Prototypen eines Gehirnchips stellte Musk im Juli 2019 vor, und in einem Livestream präsentierte er am Samstag…

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GameStar-Podcast zu Flugsimulation

Vor ein paar Tagen hat Microsoft einen neuen Flight Simulator veröffentlicht. Die GameStar bringt dazu ein Sonderheft raus, für das ich diverse Artikel beigesteuert habe. Außerdem gibt es begleitend einen Podcast, in dem unter anderem ich interviewt wurde und der heute online ging (leider hinter der Paywall): https://www.gamestar.de/artikel/podcast-flight-simulator,3361102.html

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Bald: „Let’s Play! Was wir aus Computerspielen über das Leben lernen können“ (Über/Strom Band 2)

Mein nächstes Buch.

Bald erscheint der zweite Band unserer Über/Strom-Buchreihe. Darin geht es um Computerspiele. Im Vorwort des Buches mit dem Titel „Let’s Play! Was wir aus Computerspielen über das Leben lernen können“ schreibe ich: „Die Geschichten, die in Spielen erzählt werden, die Darstellungsformen, mit denen die Geschichten gezeigt werden und die Spielmechaniken, mit denen die Formen benutzt und erkundet werden, sind Ausdruck der Menschen in der Gesellschaft, in der sie erdacht, produziert und rezipiert werden. Hieraus lässt sich viel über diese Gesellschaft und deren Umgang mit der Wirklichkeit lernen.“

Um das zu zeigen, unternehme ich in dem Buch eine Reise durch eine subjektive Spiele-Auswahl, die ich feuilletonistisch an verschiedene Themen anbinde, u.a. Kreativität, Kommunikation, leibliche Wahrnehmung, Träume und Albträume. Am Anfang steht die Frage, ob „wir, mit Erich Fromm gesprochen, beim Computerspielen nicht bloß ‚geschäftig‘ statt in einem nachhaltigeren Sinne ‚tätig‘“ sind, ob Spiele also bloß der Ablenkung dienen, damit wir…

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Die Balance zwischen Kontrolle und Loslassen (Teil I)

Was haben professionelle Kommunikation und Fliegen gemeinsam? Sie gelingen nur dann, wenn es eine Balance gibt zwischen geplantem Handeln (Steuern und Kontrolle) und der Bereitschaft, auch mal loszulassen und die Dinge laufen zu lassen. Darüber möchte ich in diesem zweiteiligen Artikel schreiben. Heute geht es zunächst ums Fliegen; nächste Woche dann um Kommunikation.

Disclaimer: Das Problem von Klimafolgen und Flugscham blende ich in diesem Artikel einmal komplett aus. Dazu kommt im Lauf des Sommers noch ein größerer Beitrag.

Vorbemerkung

Wie wir als Menschen mit Unsicherheit, Ungewissheit oder unerwarteten Ereignissen umgehen, treibt mich schon lange um. In Bezug auf Computertechnik habe ich dazu meine Dissertation geschrieben und daraus zwei Bücher gemacht. Ich finde das Thema erstens gesellschaftlich wichtig, weil früher gewohnte Sicherheiten heute einfach nicht mehr greifbar sind und neue Gewissheiten noch nicht erkennbar. Aber zweitens habe ich auch individuell damit immer mal wieder zu kämpfen.

Wenn ich selbst die Person…

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Auf dem Möbiusband: Kommunikation als Annäherung

Gestern an der Käsetheke: „Guten Tag 🙂 Haben Sie Old Amsterdam nur abgepackt, oder auch frisch?“ — „NEIN!! Nur abgepackt!! UND DER IST AUCH FRISCH!! Den habe ich gerade erst abgepackt!“ — „oh … okay … entschuldigung … . . .“ Hui. Das war mal herzlicher Kundenservice. Aber im Nachhinein fallen einem tausend Gründe ein, warum diese Kommunikationssituation so unbefriedigend verlief, und die haben alle mit Perspektivwechseln zu tun. In meinen Büchern benutze ich dafür zur Verdeutlichung gerne das Möbiusband: Als Kommunikationspartner stehen wir zwar auf einer Seite, aber finden uns doch weit entfernt — wie kommen wir zusammen?

Möbiusband?

Ein Möbiusband ist ein sich verdrehtes Band, das durch die Drehung nur eine durchgehende Seite hat, auf der man sich aber trotzdem getrennt voneinander gegenüberstehen kann. Man kann sich so ein Band leicht selbst aus Papier basteln und das Prinzip mit kleinen Legofiguren (oder Papierkügelchen) nachstellen.

Kommunikation auf dem Möbiusband: Wir stehen zwar auf derselben einen Seite, können aber trotzdem weit voneinander entfernt sein. Wir glauben also, dass wir doch dasselbe wollen, aber unsere Perspektiven können ganz unterschiedlich sein. Wie nähern wir uns an?
Kommunikation auf dem Möbiusband:…

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Kundenservice als Kommunikation statt Kontakt

Meine Kollegin Uta Buttkewitz hat neulich ihre kafkaesken Erfahrungen mit der Hotline ihres Internetanbieters geschildert: stundenlanges Warten — die Weiterleitung von einer Person zur nächsten — die Feststellung, dass ein gebuchter Service trotz Zusicherung doch nicht gebucht wurde — ein erneuter Buchungsversuch, der angeblich gar nicht erlaubt sei, aber trotzdem gemacht würde. Solche Situationen, wo scheinbar die eine Hand nicht weiß, was die andere tut, haben wir wohl alle schon mal erlebt. Gefühlt dauert sowas ewig bis zur Lösung eines Problems. Für ein befriedigendes Erlebnis müsste der ganze Lösungsprozess mit seinen Einzelschritten als konsistente, zielführende Kommunikation wahrgenommen werden, nicht als Reihung unverbundener, offenbar folgenloser Kontakte. Verbindlichkeit, Transparenz und Antizipation helfen dabei.

Ob es um das Internet geht oder die Gesundheit, die Steuer oder das Bankkonto, die Urlaubsplanung oder das seelische Gleichgewicht: Wir suchen uns Hilfe, wenn wir ein Problem nicht selbst lösen können.

Ein Problem lösen heißt, einen…

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Buchankündigung: Nutzerverhalten verstehen — Softwarenutzen optimieren: Kommunikationsanalyse bei der Softwareentwicklung

Im Juni 2020 erscheint bei Springer endlich mein Fachbuch über Kommunikationsanalyse bei der Softwareentwicklung — vorab ist bereits die eBook-Version verfügbar (auch für Kindle). Das Buch ist sozusagen der letzte Teil einer Trilogie zu diesem Thema, das mit der Veröffentlichung meiner Dissertation 2016 begann und 2019 als leicht verdauliches Sachbuch „Die Unschuld der Maschinen“ aufbereitet wurde. Mein neues Fachbuch ist nun die praktische Essenz aus meiner damaligen Untersuchungsmethodik.

Hier der Klappentext:

Software muss nicht nur technische Definitionen, Standards und Normen erfüllen, sondern von ihren Benutzern auch entsprechend wahrgenommen werden. Nutzer und Käufer erwarten eine bestimmte Leistung, die zu den eigenen Zielen passen muss und es ist Aufgabe der Softwareentwickler, diese Leistung zu liefern.

Da es hierbei nie eine vollständige Passung geben kann, entsteht ein Kommunikationsproblem – ein Kommunikationsproblem zwischen Menschen, das noch zu selten ernstgenommen wird. Über bekannte Ansätze hinausgehend zeigt das Buch anhand vieler praxisnaher Beispiele ein Verfahren…

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Corona-Müdigkeit

Vor knapp einer Woche ist die Corona-Krise in Deutschland richtig ernst geworden und ein Ende ist nicht in Sicht. Am schlimmsten finde ich persönlich gar nicht die Sorge vor einer eigenen Ansteckung, sondern den medialen Lärm, der sich in Berichten und Leser*innen-Kommentaren unter Berichten ausbreitet. Leiblich, im phänomenologischen Sinne, fühlt sich das für mich an wie ein dumpfer (metaphorischer) Subwoofer, der am Rande der Wahrnehmungsschwelle vor sich hin wummert, ab und zu unterbrochen von … einem ebenso metaphorischen Fiepen, wenn es besonders panisch wird. Sehr unangenehm also.

Während ich daher in den ersten Tagen stundenlang jeden nur verfügbaren Artikel in Zeit, Spiegel, Süddeutsche, taz und FAZ zum Thema gelesen und den Fehler gemacht habe, auch die Kommentare darunter zu lesen, hat mein Interesse daran merklich nachgelassen. Letzten Endes gibt es nur eine wichtige Sache: Hände waschen, Abstand halten, informieren ob es schon die Ausgangssperre ™ gibt.

Überhaupt, die Ausgangssperre

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