wie eine schlechte Metapher

Die letzten Tage waren emotional sehr anstrengend. Wie das wohl so ist, wenn altersbedingte Probleme des Menschseins unvermeidbar werden. Und das (in unterschiedlicher Weise) gleich zweifach innerhalb weniger Tage. Jedenfalls wirkte der Weg vom Kleinstadtbahnhof zum Haus wie eine wirklich schlechte Metapher: Wolkenverhangener Himmel, Wind, so viel Müll (teils noch von Silvester) auf der Straße, die sich quer durch zwei seit Jahrzehnten brachliegende, ziemlich wilde Wiesen zieht (hat man da mittlerweile die Straßenreinigung abgeschafft?)

Zwischen den alten Getränkedosen, Plastiktüten, Flaschen und Resten von Feuerwerkskörpern immer wieder herausgerissene Seiten eines Buches, durcheinandergewirbelt, über hundert Meter hinweg, und mit jedem Schritt durch diese beklemmende Szenerie wuchs das beunruhigte Gefühl immer weiter. Als würden die zerstreuten Buchseiten etwas ankündigen. Natürlich gibt es keinen echten Zusammenhang, aber atmosphärisch und emotional wirkt es immer noch nach. Wie eine abgedroschene Metapher in einem Film oder Computerspiel, nur dass es eben kein Film oder Spiel war.

Hotelfrühstück

Normalerweise frühstücke ich nicht im Hotel, wenn ich allein unterwegs bin, sondern hole mir bei irgendeinem Bäcker einen Kaffee zum Mitnehmen. Grade sitze ich aber doch in einem Hotel in Berlin (wo ich seit gestern etwas unfreiwillig bin) und habe zwei Kaffee getrunken und ein Ei, ein Brötchen mit Käse und Erdbeermarmelade, sowie Müsli mit Obst gegessen. (So ein richtiger Tagebucheintrag muss natürlich das Essen auflisten.)

Die 11,50 EUR habe ich also erst heute früh bezahlt, und es fühlt sich mehr wie der Eintrittspreis in eine gewisse „Atmosphäre“ an denn als angemessener Preis für die (nun nicht gerade extravagante) Essensauswahl.

Die Atmosphäre entsteht aus dem Zusammenspiel der Einzelteile: Trotz Sonntag wichtig bis beschäftigt wirkende Menschen zwischen dreißig und fünfundvierzig, viele Sprachen sprechend, zwischen Laptop, Tablet, Handy und Kaffee. Gedimmtes warmes Licht, entspannende Musik aus den 50er bis 60er Jahren. Rechts neben mir eine Glaswand mit Tür zu einem weiten Innenhof, über den die dunkelgrauen Wände des Hotels aufragen. Darin ziehen schmale Fenster den Blick nach oben, das riesige Kunstwerk an der einen fensterlosen Wand mitnehmend.

Jetzt kommen die Touristen.

hotel

Hotelketten, bei denen die Zimmer ortsübergreifend so gut wie identisch aussehen, haben Ähnlichkeit mit den Begrüßungs- und Menüräumem virtueller Realität. Vor ca. drei Monaten war ich in einem Motel One in Berlin, gerade bin ich in einem Motel One in Rostock, und beide Zimmer sind komplett austauschbar. Nur der Ausblick aus dem Fenster ist ein anderer. Das ist, als hätte man sich unter einer VR-Brille nur einen anderen künstlichen Ausblick eingestellt. Als könnte man mit einem Augenzwinkern, in einem Augenblick den Ort wechseln.

DSGVO (2)

Ich habe jetzt mal einen der diversen Impressums- und Datenschutz-Generatoren, die von diversen Rechtsanwalts-Websites angeboten werden, benutzt, um eine Datenschutzerklärung zu basteln, die halbwegs auf bei WordPress.com gehostete Blogs passt. Ich habe dem noch eine persönliche Vorbemerkung vorangestellt, die darauf hinweist, dass eigentlich Automattic (die Firma hinter WordPress.com) die Daten erhebt. Das Problem hierbei ist, dass Automattic in den USA sitzt und wann immer Sie meinen Blog aufrufen, automatisch Daten in die USA schicken, mindestens IP-Adresse und Referrer, und wer weiß, was sonst noch (ich weiß es nicht; aber eventuell Automattics Datenschutz-Erklärung).

Wenn man bei wordpress.com einen der kleinen Tarife („Personal“ oder „Premium“) nutzt, hat man keine Möglichkeit, die von WordPress installierten Plugins zu ändern oder andere, datenschutzfreundlichere Plugins zu installieren. So kann man meines Wissens auch die Nutzung der Google-Schriftarten nicht abstellen, die für sich schon eine weiteres Datenschutzproblem darstellen (bei einem selbst gehosteten WordPress-Blog ginge das). Das einzige, was ich in den Einstellungen meines WordPress-Accounts abstellen konnte, waren die Buttons zum Teilen eines Beitrags bei Facebook und ähnlichen Diensten. Es ist etwas schade, dass WordPress.com hier so wenig Anpassungsmöglichkeiten bietet.

So habe ich nun die etwas skurrile Situation, dass ich persönlich als Betreiber dieses Blogs kaum Daten erhebe und auch kaum sehen kann, was WordPress / Automattic erhoben hat (und ich will auch gar keine Daten von Lesern sehen), aber trotzdem eine endlos lange Datenschutzerklärung brauche, deren Wirksamkeit am Ende doch zweifelhaft ist. Muss man am Ende ein Blog eines in der EU lebenden Betreibers auf einem in der EU stehenden Server selbst hosten, um auf der sicheren Seite zu sein? Wir werden sehen, ob das halbwegs ausreicht, oder ich doch noch auf eine statische Website ausweichen werde.

DSGVO

Ich habe mich gerade zur bald in Kraft tretenden DSGVO belesen. Es ist in Anbetracht der zu erwartenden Abmahnwelle wohl das beste, diesen Blog hier durch eine simple statische HTML-Seite ohne Social-Media-„Gedöns“ zu ersetzen…

Adé, Strudelhof…

Im Dezember hatte ich noch geschrieben, wie froh ich bin, dass es in Magdeburg das Café „Strudelhof“ gibt. Heute nun (wir saßen gerade drin) haben wir gelesen, dass der Strudelhof bald zu macht. Offenbar zu wenig Gäste. Das macht mich wirklich traurig. In keinem Café habe ich mich bisher so wohl gefühlt, und als wir vor drei Jahren nach Magdeburg gezogen sind, hat der Strudelhof sehr dabei geholfen, uns hier einzuleben. Das ist wirklich sehr sehr schade 😦