Die Verbitterung der Utopie? Star Trek: Picard

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Heute lief die erste Folge der Serie Star Trek: Picard bei Amazon Prime. Wir sehen einen sehr alten, sehr müden Admiral a.D. der, wie er am Ende der Folge bemerkt, auf seinem Weingut auf den Tod gewartet hat. Er ist immer noch enttäuscht von der Sternenflotte, die ihn nicht unterstützt hat beim Versuch, Milliarden von Romulanern vor den Folgen einer Supernova zu retten — bloß weil es sich bei ihnen um einen Feind handelte. Der unerwartete Hilferuf einer jungen Frau, Dajh, weckt Picard aus seiner Verbitterung; er entscheidet sich, noch einmal auf eine Mission zu gehen, die ihm zunächst vor allem aus persönlichen Gründen wichtig ist.

Als ich klein war, da war noch DDR und ich im 1. Schuljahr. Zu dem Zeitpunkt, 1987, also mit sieben Jahren, hatte ich keinen Zweifel, dass wir in dem gerechtesten und friedlichsten Land der Welt lebten. Diese Naivität lag nicht nur an meinem Alter…

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Ankündigung: Der erste Band der Reihe "Über/Strom – Wegweiser durch digitale Zeitalter" erscheint im Frühjahr 2020

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Der erste Band der Reihe „Über/Strom – Wegweiser durchs digitale Zeitalter“, begleitet durch das gleichnamige Blog, erscheint im Frühjahr 2020:

Buttkewitz, Uta: „Smiley. Herzchen. Hashtag. Zwischenmenschliche Kommunikation im Zeitalter von Facebook, WhatsApp, Instagram @ Co.

Klappentext

Lieber eine schnelle Sprachnachricht als ein persönlicher Anruf, ein Smiley statt eines Grußes – die Kommunikation verändert sich im digitalen Zeitalter. Kommunikation wird unverbindlich, aber gleichzeitig steigt der Kommunikationsdruck durch soziale Medien und Netzwerke. Wir stehen unter Druck, jederzeit schnell zu kommunizieren. In Ruhe einen Kaffee trinken, die Aussicht genießen? Geht nicht, jede WhatsApp muss umgehend beantwortet werden und die Likes unter dem Foto zählen mehr als der Genuss des Augenblicks. Viel zu kurz kommt bei all dem die zwischenmenschliche Kommunikation.Dieses Buch zeigt, wie aktuelle Kommunikationsmedien wie WhatsApp, Facebook oder Instagram die zwischenmenschliche Kommunikation beeinflussen und wie diese Veränderungen unsere Beziehungen und unser gesellschaftliches Zusammenleben schleichend verändern. Die Verfügbarkeit einer Vielzahl…

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Technik verstehen — statt blind zu vertrauen

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Dank immer vernetzterer Technologien wird unsere Alltagswelt immer ’smarter‘, ’schlauer‘. Sie versucht, unsere Bedürfnisse vorausahnend zu erfüllen. Dabei scheint sie zumindest oberflächlich immer einfach zu bedienen zu sein. Trotzdem verstehen wir oft nicht, was ‚das Ding‘ da gerade tut — oder was sich ‚die Entwickler‘ da eigentlich gedacht haben.

Mitunter frustriert das, manchmal belustigt es, aber eigentlich soll der Umgang mit Technik vor allem eines sein: einfach. „Einfach einschalten und loslegen“ ist ein Versprechen, das bei Vermarktung und Verkauf von Technik gegeben wird. Wir sollen uns nicht kümmern müssen und da sind wir ganz froh drüber. Technik soll uns schließlich helfen und nicht zusätzliche Arbeit machen.

Natürlich wissen wir, dass Technik ausfallen kann. Das verdrängen wir im Alltag aber häufig. Erst wenn wirklich etwas ausfällt müssen wir uns dem stellen. Meistens verstehen wir von der jeweiligen Technik aber zu wenig, oder es ist gar keine Interventionsmöglichkeit vorgesehen, selbst wenn wir…

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fast vollständig

…ist bald meine „Trilogie“ über Ungewissheiten der Computernutzung. Nach der Dissertation, die 2016 veröffentlicht wurde, und dem Sachbuch „Die Unschuld der Maschinen“ (2019) habe ich letzte Woche die Endfassung eines Fachbuches über die erfolgreichere Berücksichtigung von Nutzungssituationen bei der Softwareentwicklung abgegeben. Da fehlen jetzt nur noch einige ergänzende Online-Übungsaufgaben, auf die man bei Kauf des Bandes Zugriff erhält. Dissertation, Sachbuch und Fachbuch bauen inhaltlich alle aufeinander auf, aber richten sich je an andere Zielgruppen. Das eine entwickelte und erprobte eine kommunikationswissenschaftliche Analysemethode, um erstmal zu verstehen, welche kommunikativen und mitunter sozialen Praktiken für erfolgreiche Computernutzung eine Rolle spielen. Das Sachbuch bereitete das „menschenlesbarer“ auf. Und das Fachbuch macht aus der Methodik der Dissertation ein Verfahren für den Arbeitsalltag der Softwareentwicklung.

Wenn das Buch dann 2020 erscheint, habe ich so insgesamt 10 Jahre mit diesem Themenfeld verbracht — ich glaube, 2010 habe ich das erste Exposé für die Dissertation geschrieben (naja und die zwei Jahre davor noch diverse andere Skizzen, die es am Ende aber nicht geworden sind). 2014 war die Dissertation fertig, 2015 die Verteidigung und der Umzug nach Magdeburg. Dann ging ich erstmal ins Call Center, wo ich unerwarteter Weise sehr viele Alltagsbelege für meine vorige Arbeit am eigenen Leib erfahren konnte. Die beeinflussten auf jeden Fall den Entschluss, da noch was draus zu machen. Mitte 2018 träumte ich dann eines nachts, dass es cool wäre, ein Buch zu dem Thema bei Springer zu veröffentlichen (und ich träumte auch, dass das Cover schwarz sein sollte). Also schrieb ich einfach mal dem Verlag, und siehe da, es hat geklappt. In meiner ursprünglichen Idee wollte ich das, was jetzt als Fachbuch kommt, in das Sachbuch integrieren, aber die Aufteilung auf zwei, auch stilistisch etwas unterschiedliche Bücher, ist für beide doch eher vorteilhaft.

Buchmessen-Wochenende #4: Solipsismus

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Mein Vortrag war ja auch. Ich befürchte, meine Lektorin musste davor etwas unter einem meiner Aufregung geschuldeten Laberflash leiden, den ich kurz vorher hatte. Dann gingen wir zur Bühne, es kamen tatsächlich Leute, die sich setzten, ich erzählte was, und las sogar eine halbe Seite vor, und es wurden immer mehr. Das Publikum war nett, schaute konzentriert, nickte interessiert, schmunzelte an den richtigen Stellen, und am Ende durfte ich sogar ein Exemplar des Buches signieren. Ich. Krass. Schöne Erinnerung.

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eitelkeit

Vor ca. zwei Jahren habe ich mal scherzhaft gesagt, dass ich nichts mehr im Leben erreichen muss, wenn erstmal ein von mir geschriebenes Buch in Berlin im „Dussmann“ in der Sachbuch-Ecke steht. Nun. Ziel erreicht. Klein und unscheinbar zwar (siehe eingezeichnete Pfeile), und das Regal „Naturwissenschaft“ passt nicht wirklich (besser hätte die eigene Ecke für Digitalthemen gepasst), aber Ziel erreicht. Jedenfalls hatte ich große Mühe, mir das Grinsen zu verkneifen. (Übrigens sorry für die schlechte Bildqualität. Aber ich habe ja kein Smartphone mit ordentlicher Kamera mehr.)

Die Orthaftigkeit medialer Räume, Beispiel New York

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Viele geographische und soziale Räume kennen wir nur aus den Medien. Trotzdem fühlen sie sich an, als würde man sie kennen. Man verbindet etwas mit ihnen. Vielleicht hat man sogar das Gefühl, nach Hause zu kommen, wenn man sich ihnen medial aussetzt. Sie werden zum Medien-Ort. Besonders prägnant in dieser Hinsicht ist die US-amerikanische Großstadt New York.

Vorhin habe ich mir das Angebot einer Pizza-Lieferkette durchgelesen. Kurz hängen blieb ich bei einem Pastagericht, das den schönen Namen „Central Park“ trägt. Neben Nudeln besteht das Gericht aus Pesto-Sauce, Pilzen und Bacon-Chips. Ich habe keine Ahnung, was das mit New Yorks bekanntem Park zu tun hat, aber der Klang des Namens mit all seinen Assoziationen wirkt trotzdem. Er macht mehr aus dem Convenience-Essen als dahinter steckt. Der Central Park — den kennen wir doch alle, selbst wenn wir noch niemals dort waren, und wenn es aus Zitaten berühmter Personen ist.

Öfter sind…

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