Corona-Müdigkeit

Vor knapp einer Woche ist die Corona-Krise in Deutschland richtig ernst geworden und ein Ende ist nicht in Sicht. Am schlimmsten finde ich persönlich gar nicht die Sorge vor einer eigenen Ansteckung, sondern den medialen Lärm, der sich in Berichten und Leser*innen-Kommentaren unter Berichten ausbreitet. Leiblich, im phänomenologischen Sinne, fühlt sich das für mich an wie ein dumpfer (metaphorischer) Subwoofer, der am Rande der Wahrnehmungsschwelle vor sich hin wummert, ab und zu unterbrochen von … einem ebenso metaphorischen Fiepen, wenn es besonders panisch wird. Sehr unangenehm also.

Während ich daher in den ersten Tagen stundenlang jeden nur verfügbaren Artikel in Zeit, Spiegel, Süddeutsche, taz und FAZ zum Thema gelesen und den Fehler gemacht habe, auch die Kommentare darunter zu lesen, hat mein Interesse daran merklich nachgelassen. Letzten Endes gibt es nur eine wichtige Sache: Hände waschen, Abstand halten, informieren ob es schon die Ausgangssperre ™ gibt.

Überhaupt, die Ausgangssperre

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Kanon und Computerspiele

Bei GameStar Plus habe ich heute einen Artikel über die Bedeutung des Kanons für die Geschichten von Computerspielen veröffentlicht — warum wir so an vertrauten Geschichten hängen und spätere Änderungen daran (z.B. durch „Retcons“) oft nicht mögen (sodass wir manchmal den offiziellen Rechteinhabern eines Franchise am liebsten das Recht absprechen würden, die lieb gewonnene Geschichte zu verändern …) Gilt natürlich nicht nur für Spiele, sondern auch andere Erzeugnisse der Popkultur.


Weitere Überlegungen zu dem Thema gibt es auch in meiner etwas älteren „Head Canon“-Essay-Reihe, die ich bei 2017-2018 bei Telepolis veröffentlicht hatte:

  1. Der Kanon im Kopf. Medien im epikritischen Zeitalter(05.11.2017)
  2. „Sie haben uns angelogen“: Kanon und Head Canon in „Star Trek: Discovery“ und „The Elder Scrolls“(26.11.2017)
  3. Konflikt und Krisis: Partizipativer Umgang mit Massenmedien(11.02.2018)
  4. New York Times lesen in Magdeburg: Leib, Stadt und Medien(04.03.2018)
  5. Das dynamische Lokale(02.09.2018)
  6. Konstruktion, Reflexionsgeschichte, Freiraum(09.09.2018)

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