Technik verstehen — statt blind zu vertrauen

Über/Strom

Dank immer vernetzterer Technologien wird unsere Alltagswelt immer ’smarter‘, ’schlauer‘. Sie versucht, unsere Bedürfnisse vorausahnend zu erfüllen. Dabei scheint sie zumindest oberflächlich immer einfach zu bedienen zu sein. Trotzdem verstehen wir oft nicht, was ‚das Ding‘ da gerade tut — oder was sich ‚die Entwickler‘ da eigentlich gedacht haben.

Mitunter frustriert das, manchmal belustigt es, aber eigentlich soll der Umgang mit Technik vor allem eines sein: einfach. „Einfach einschalten und loslegen“ ist ein Versprechen, das bei Vermarktung und Verkauf von Technik gegeben wird. Wir sollen uns nicht kümmern müssen und da sind wir ganz froh drüber. Technik soll uns schließlich helfen und nicht zusätzliche Arbeit machen.

Natürlich wissen wir, dass Technik ausfallen kann. Das verdrängen wir im Alltag aber häufig. Erst wenn wirklich etwas ausfällt müssen wir uns dem stellen. Meistens verstehen wir von der jeweiligen Technik aber zu wenig, oder es ist gar keine Interventionsmöglichkeit vorgesehen, selbst wenn wir…

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…ist bald meine „Trilogie“ über Ungewissheiten der Computernutzung. Nach der Dissertation, die 2016 veröffentlicht wurde, und dem Sachbuch „Die Unschuld der Maschinen“ (2019) habe ich letzte Woche die Endfassung eines Fachbuches über die erfolgreichere Berücksichtigung von Nutzungssituationen bei der Softwareentwicklung abgegeben. Da fehlen jetzt nur noch einige ergänzende Online-Übungsaufgaben, auf die man bei Kauf des Bandes Zugriff erhält. Dissertation, Sachbuch und Fachbuch bauen inhaltlich alle aufeinander auf, aber richten sich je an andere Zielgruppen. Das eine entwickelte und erprobte eine kommunikationswissenschaftliche Analysemethode, um erstmal zu verstehen, welche kommunikativen und mitunter sozialen Praktiken für erfolgreiche Computernutzung eine Rolle spielen. Das Sachbuch bereitete das „menschenlesbarer“ auf. Und das Fachbuch macht aus der Methodik der Dissertation ein Verfahren für den Arbeitsalltag der Softwareentwicklung.

Wenn das Buch dann 2020 erscheint, habe ich so insgesamt 10 Jahre mit diesem Themenfeld verbracht — ich glaube, 2010 habe ich das erste Exposé für die Dissertation geschrieben (naja und die zwei Jahre davor noch diverse andere Skizzen, die es am Ende aber nicht geworden sind). 2014 war die Dissertation fertig, 2015 die Verteidigung und der Umzug nach Magdeburg. Dann ging ich erstmal ins Call Center, wo ich unerwarteter Weise sehr viele Alltagsbelege für meine vorige Arbeit am eigenen Leib erfahren konnte. Die beeinflussten auf jeden Fall den Entschluss, da noch was draus zu machen. Mitte 2018 träumte ich dann eines nachts, dass es cool wäre, ein Buch zu dem Thema bei Springer zu veröffentlichen (und ich träumte auch, dass das Cover schwarz sein sollte). Also schrieb ich einfach mal dem Verlag, und siehe da, es hat geklappt. In meiner ursprünglichen Idee wollte ich das, was jetzt als Fachbuch kommt, in das Sachbuch integrieren, aber die Aufteilung auf zwei, auch stilistisch etwas unterschiedliche Bücher, ist für beide doch eher vorteilhaft.