Hotelfrühstück

Normalerweise frühstücke ich nicht im Hotel, wenn ich allein unterwegs bin, sondern hole mir bei irgendeinem Bäcker einen Kaffee zum Mitnehmen. Grade sitze ich aber doch in einem Hotel in Berlin (wo ich seit gestern etwas unfreiwillig bin) und habe zwei Kaffee getrunken und ein Ei, ein Brötchen mit Käse und Erdbeermarmelade, sowie Müsli mit Obst gegessen. (So ein richtiger Tagebucheintrag muss natürlich das Essen auflisten.)

Die 11,50 EUR habe ich also erst heute früh bezahlt, und es fühlt sich mehr wie der Eintrittspreis in eine gewisse „Atmosphäre“ an denn als angemessener Preis für die (nun nicht gerade extravagante) Essensauswahl.

Die Atmosphäre entsteht aus dem Zusammenspiel der Einzelteile: Trotz Sonntag wichtig bis beschäftigt wirkende Menschen zwischen dreißig und fünfundvierzig, viele Sprachen sprechend, zwischen Laptop, Tablet, Handy und Kaffee. Gedimmtes warmes Licht, entspannende Musik aus den 50er bis 60er Jahren. Rechts neben mir eine Glaswand mit Tür zu einem weiten Innenhof, über den die dunkelgrauen Wände des Hotels aufragen. Darin ziehen schmale Fenster den Blick nach oben, das riesige Kunstwerk an der einen fensterlosen Wand mitnehmend.

Jetzt kommen die Touristen.

Ein Gedanke zu „Hotelfrühstück

  1. Das Topping auf dieser Tarte, der oder die möglichst laut Telefonierende bei dem man auch ohne fernöstliche Spione sämtliche Geschäftsinterna erfährt.

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