Schreibrhythmus

Ich habe schon erwähnt, dass sich mein Schreiben an bestimmten Orten abspielt und ich dafür unterschiedliche Werkzeuge benutze. Was für produktiven Output aber noch eine Rolle spielt, ist so eine Art unterschwelliger Rhythmus, der bestimmt, ob und was ich schreibe. Ich glaube, dieser Rhythmus wird durch Thema und Zeit bestimmt.

Thematisch pendle ich ja zwischen Flugsimulation und „irgendwas mit Medien“, d.h. mal schreibe ich Artikel für das FS MAGAZIN oder Nutzerhandbücher für vFlyteAir und Aerobask; und mal schreibe ich ziemlich umfangreiche medientheoretische Essays, die derzeit vor allem über Telepolis bei heise.de veröffentlicht werden. Außerdem ergeben sich aus beiden Feldern vereinzelt „richtige“ medienwissenschaftliche Texte, die entweder als Vortrag gehalten werden oder irgendwo als Artikel erscheinen (in ein paar Tagen kommt z.B. der Tagungsband zur HiStories 2016 raus). Der alles verbindende „rote Faden“ ergibt sich zurzeit aus Kommunikationswissenschaft, Phänomenologie und z.T. Virtueller Realität.

Zeitlich gibt es einerseits bestimmte Termine, die ich halbwegs einhalten muss. Ich neige (leider?) dazu, diese Termine aufs Äußerste auszureizen. Anstatt also diszipliniert regelmäßig an einem Text zu schreiben, vergrabe ich mich eher einen Tag vor bis drei, vier Tage nach Abgabetermin in die jeweilige „Schreibaufgabe“, wo dann sehr schnell viel Text entsteht. Allerdings sitze ich vorher nicht bloß faul rum (abgesehen davon, dass ich ja auch noch einen richtigen Job habe). Denn andererseits ist der Schreibrhythmus durch eine Phase des „Herannahens“ bestimmt. Da umkreise ich die Schreibaufgabe gedanklich, befasse ich mich mit Material und Sekundärliteratur und ordne in meinem Kopf schonmal mögliche Zugänge. Danach warte ich meistens noch einen Tag, und dann geht es auf einmal los, ich fange an etwas zu tippen und „es“ schreibt sich dann schnell runter. Hinterher bin ich dann ziemlich erschöpft, es folgen ein oder zwei Wochen der Erholung, bevor es von vorne losgeht. Irgendwie muss ich bei diesem Vorgehen an einen Raubvogel denken, der seine Beute umkreist, dann plötzlich zuschlägt, die Beute auffrisst und sich dann erstmal satt und zufrieden in der Sonne ausruht (keine Ahnung, ob Raubvögel das so machen 😀 )

Manchmal drängt sich mir der Gedanke auf, dass ich mit mehr Disziplin und einem durchgetaktetem Tagesrhythmus schneller und produktiver sein könnte. Aber wozu? Ich bin ganz zufrieden mit meiner derzeitigen Mischung aus richtigem Job, nebenberuflichem Schreiben und Freizeit, und so lange ich Rückmeldungen zu meinen Texten bekomme (gute und schlechte), habe ich mein Ziel erreicht.

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