Zeitung lesen

Gerade sprachen meine Frau und ich über einen Interviewauszug, in dem Michel Foucault 1975 einer französischen Zeitung, die es scheinbar nicht mehr gibt, beschrieb, wie er Zeitung las. Foucault sagte:

„Oh, puh, wissen Sie, ich glaube, meine Lektüre ist sehr banal. Meine Lektüre beginnt beim Kleinsten, Alltäglichsten. Ich schaue auf die im Ausbrechen begriffene Krise und dann drehe ich meine Runden um die großen Kerne, die großen, ein wenig ewigkeitlichen, ein wenig theoretischen Zonen, ohne Tag und ohne Datum.“

Vom Alltag zum Überzeitlichen. Meiner Frau würde Foucaults Zitat besser gefallen, wenn er zuerst die Traueranzeigen gelesen hätte (denn darin kommen Alltag und Zeitlosigkeit zusammen, aber wie sie gerade anmerkt, ist das nur meine Interpretation ihrer Bemerkung).

Ich mag meine Frau.

Sehr.

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